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Begleitung Schwerstkranker und Sterbender

Dr. Steffen Coburger bedankte sich bei Barbara Popp-Heimerl für ihr Engagement bei der Verwirklichung des Hospiz-Appartements.

Mitgliederversammlung des Hospizvereins/Hospiz-Appartement in Redwitz am 04.04.2011 (Bericht des Obermain-Tagblattes)

Lichtenfels. Im Mittelpunkt der 15. Mitgliederversammlung des Hospizvereins Lichtenfels im Haus der Kirchlichen Dienste stand eine ausführliche Bilanz der geleisteten Arbeit, präsentiert durch die Vorsitzende. Außerdem gab Dr. Steffen Coburger, der Leiter des AWO-Alten- und Pflegeheim Redwitz, Auskunft über das dort eingerichtete Hospiz-Appartement.

Zu Beginn ihres Tätigkeitsberichtes konnte die Vorsitzende Barbara Popp-Heimerl, die erst vor wenigen Tagen mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für ihre großen Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet wurde, von einer konstanten Mitgliederzahl von 150 berichten, wobei sie eine entsprechende Mitgliederzahl sowohl in finanzieller als auch in ideeller Hinsicht als wichtige Grundlage ihrer Arbeit sah.

Als hervorstechende Ereignisse nannte sie in ihrem Rückblick den Wechsel in der Koordinatorenstelle, die nun Sabine Schramm als hauptamtliche Mitarbeiterin innehat, den Umzug in größere Räumlichkeiten, wo nun neben einem Büro ein weiteres vielfältig nutzbares größeres Zimmer zur Verfügung steht, sowie die Herausgabe einer Informationsbroschüre mit dem Titel „Wenn das Leben zu Ende geht - Wegweiser für Betroffene und Angehörige in der Region Lichtenfels“, die vom Arbeitskreis „Hospizgedanke und palliative Versorgung“ erarbeitet wurde. Dieser Arbeitskreis trage dazu bei, die notwendige Vernetzung aller an der Versorgung Schwerstkranker oder Sterbender beteiligten Einrichtungen und Fachkräfte zu schaffen. Hospizarbeit und Palliativmedizin seien die Antwort auf die Nöte von Menschen. Es müsse alles getan werden, die Strukturen weiter auszubauen, insbesondere auch für eine Versorgung zu Hause. Als ganz wichtig erachtete sie die Einrichtung eines Hospiz-Appartements im Alten- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Redwitz.

Frau Popp-Heimerl bilanzierte dann ausführlich die geleistete Arbeit des Hospizvereins. Schwerpunkt war natürlich die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender sowie die Beratung und Trauerbegleitung der Angehörigen. Im letzten Jahr wurden 68 Begleitungsfälle vom Hospizverein übernommen, die sich in 28 betreute Fälle und 40 Beratungsgespräche gliedern. Die Altersstruktur der Betreuten reichte dabei von 48 bis 97 Jahre, wobei 16 der betreuten Menschen über 80 Jahre alt waren. Der Zeitraum der Begleitungen reichte von mehreren Stunden über Monate bis hin zu einigen Jahren. Die Bitte um Betreuung ging dabei überwiegend von den Angehörigen (12) sowie von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten aus. Von den betreuten schwerkranken Menschen sind 18 verstorben, davon 9 in Pflegeheimen, 6 zu Hause und 3 in der Klinik.

Neben den Schwerstkranken müssten im Blickfeld der Begleitungen immer auch die Angehörigen stehen, damit der bevorstehende Abschied von beiden Seiten gelebt und bewältigt werden könne. Bei der Beratung von Angehörigen ging es meist um ganz konkrete Notlagen in einer schwierigen Situation, um einen Beistand  bei der Trauerbewältigung im Vorfeld des Todes. Einfühlsame Gespräche könnten dabei eine enorme Entlastung für die Angehörigen bedeuten, meinte Frau Popp-Heimerl. Aber auch in der nach dem Tod beginnenden Zeit der Trauer bedürften die Angehörigen Unterstützung.

Die wichtigste Stütze der Hospizarbeit seien die ehrenamtlichen Helfer, die sich für den Einsatz im ambulanten Betreuungsdienst zur Verfügung stellen. Der aus 22 Aktiven bestehende Helferkreis habe sich der schwierigen Aufgabe zu stellen, angesichts des Leidens und Sterbens sowie der Trauer gesprächs- und beziehungsfähig zu bleiben. Im Herbst wolle man wieder ein Vorbereitungsseminar für Interessenten durchführen.

Zum Schluss machte die Vorsitzende noch auf die Wanderausstellung „Gemeinsam gehen“ des Bayerischen Sozialministeriums vom 5. bis 19. Mai im Foyer des Landratsamtes aufmerksam, die Wege der Sterbebegleitung durch Hospizarbeit und Angehörige darstellen möchte. Der Hospizverein ist auch im Internet unter www.hospiz-lichtenfels.de präsent.           

Dr. Alfred Thieret, 

 

Hospiz-Appartement im AWO-Alten- und Pflegeheim Redwitz

Der Leiter des Heimes, Dr. Steffen Coburger, erläuterte die Entwicklungsgeschichte und den Sinn und Zweck des in seinem Haus eingerichteten Hospiz-Appartements. Nachdem man vor fünf Jahren die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung erkannte, habe man in enger Zusammenarbeit mit dem Hospizverein, der auch mehrere ähnliche Institutionen im Vorfeld inspizierte, an der Verwirklichung des Vorhabens gearbeitet, informierte der Heimleiter. Das AWO-Heim stellte schließlich ein Doppelzimmer zur Verfügung, das mit Spendenmitteln des Hospizvereins zu einem Hospiz-Appartement umgestaltet und eingerichtet wurde. Dabei berücksichtigte man die notwendigen pflegerischen Aspekte, legte aber auch Wert auf eine wohnliche Ausgestaltung, um den Angehörigen und ehrenamtlichen Helfern eine Möglichkeit zum Ausruhen zu geben. Bei der Pflege der zukünftigen Patienten sollen schließlich neben dem Fachpersonal des Heimes, darunter eine Palliativpflegekraft, auch ehrenamtliche Helfer des Hospizvereins mitwirken. Zudem will man mit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung aus Bamberg kooperieren. Das Appartement, das momentan noch von einem Heimbewohner belegt ist, soll demnächst offiziell in Betrieb genommen werden. Es steht Patienten aus dem Landkreis Lichtenfels zur Verfügung, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und bei denen eine häusliche Versorgung nicht möglich ist.

Dr. Coburger war sich der Tatsache bewusst, dass die Einrichtung von einem Hospiz-Appartement nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeutet. Er erhoffe sich aber, dass auch andere Heime seinem Beispiel folgen werden.