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Sie sind hier: Trauer, Hoffnung, Zuversicht
(Artikel des Obermain-Tagblatt vom24.10.2008)

Das Jakobus-Trio mit Hartmut Müller, Jitka Maisei und Anne-Rose Werners (v. li.) bereicherte den meditativen Abend des Hospizvereins musikalisch mit gefühlvollen Beiträgen
LICHTENFELS
Der Hospizverein hatte kürzlich zu einem musikalisch-meditativen Abend in die Kapelle des Klinikums eingeladen. Zum Motto „Trauer - Hoffnung - Zuversicht" lasen die Hospizverein-Mitglieder Angelika Rottammer, Bettina Heiner und Alfons Staudt besinnliche Texte, während das Jakobus-Trio die Thematik musikalisch zum Ausdruck brachte.
Evelyn Kondruss, Vorstandsmitglied des Hospiz-Vereins, begrüßte in ihrer Eigenschaft als stellvertretende Pflegedienstleiterin nicht nur die in der Kapelle anwesenden Besucher, sondern auch die Patienten, die die Veranstaltung über die Bildschirme in den Krankenzimmern mitverfolgen konnten. Die Gefühle Trauer, Hoffnung und Zuversicht berührten einen Themenkreis, der menschliche Grunderfahrungen und Grenzerfahrungen anspreche, die ganz elementar zu unserem Leben gehören und die sowohl in Zeiten der Fülle und Lebensfreude als auch in leidvollen Erlebnissen ihren Ausdruck fänden, betonte Barbara Popp-Heimerl, die Vorsitzende des Hospiz-Vereins. Die musikalischen Stücke und meditativen Texte sollen verdeutlichen, dass auch aus der Tiefe der Erschütterung und Bitterkeit ein Weg herausführt, der trägt und stärkt.
Dies lasse uns offen bleiben für die Botschaft, das Leben in all seinen Dimensionen nicht zu fürchten, sondern ihm mutig und ganz lebendig zu begegnen. Die von Angelika Rottammer, Bettina Heiner und dem Pastoralreferenten Alfons Staudt vorgetragenen Texte zeichneten ein Bild unseres Lebens. Es gebe Momente, in denen wir aus Enttäuschung und Bitterkeit eine Mauer um unser so verwundbares Herz bauen möchten, meinte Frau Heiner. Eine Mauer würde aber auch neben Leid auch Freude, neben Enttäuschung auch Hoffnung zurückhalten. Deshalb sollte man aus seinem von Sorgen und Ängsten geprägten Seelenlabyrinth herausfinden und einen neuen Weg suchen, betonte Alfons Staudt. Angelika Rottammer stellte schließlich den Glauben an Gott als Fundament unseres Lebens mit den bittenden Worten heraus: „Dass Du unsere Hände hältst, wenn wir weinen, uns Kraft gibst, weiter zu machen, uns Leuchtfeuer zeigst auf dem Weg neu zu werden".
Das Jakobus-Trio mit Jitka Maisei (Orgel), Anne-Rose Werners (Barockflöte) und Hartmut Müller (Violoncello) interpretierte sehr einfühlsam und mit großer Harmonie mit Sonaten von Tomaso Albmoni, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann sowie einem Trio von Johann Sebastian Bach die in den vorgetragenen Texten ausgedrückte Stimmung von Leben und Vergänglichkeit, Freude und Leid, Trauer und Hoffnung. Die Besucher waren von dem Zusammenwirken von tief empfundenen Wortbeiträgen und eindringlichen musikalischen Beiträgen sehr ergriffen.
-thi-
Hubert Gehrlich