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(zuletzt aktualisiert am 28.04.2016)

 

Wie viel Anteilnahme braucht ein sterbender Mensch?

Am Mittwoch, 11.05.2016 um 19.30 Uhr referiert Dr. med. Brigitte Hoffmann vom Hospizverein Würzburg im evangelischen Gemeindehaus Bad Staffelstein (Balthasar-Neumann-Straße 4, über dieses Thema.

Schwerkranke und sterbende Menschen ziehen sich gegen Ende ihres Lebens häufig schrittweise in sich selbst zurück. Das ist ein normaler Prozess. Doch spielt das Verhalten und die Art des Umgangs der Menschen, von denen sie in dieser letzten Lebensphase begleitet werden, eine wichtige Rolle. Entziehen diese den Betroffenen ihre Unterstützng, wächst die Einsamkeit, übertreiben sie dagegen ihre Aktivität und Fürsorge, nehmen sie ihnen ihren Lebensraum und ihre Selbstbestimmung.

In manchen Situationen dürfen sterbende Menschen  aber auch nicht allzu bereitwillig sich selbst überlassen werden. Um über Phasen der Resignation oder über Schockerlebnisse hinweg zu kommen, brauchen sie möglicherweise Unterstüzung und Motivation, weil sie alleine mit der Bewältigung überfordert sind.. Wo werden derartige Strukturen sichtbar und wie kann man damit umgehen? Wann ist Unterstützung notwendig?

Der Vortrag will  für derartige Situationen sensiblilsieren und Wege aufzeigen für ein Miteinander, das sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten des sterbenden Menschen orientiert und ihm im Sterben seinen Platz und seine Rolle in der Gesellschaft lässt.

Der Eintritt ist frei, über Spenden würden wir uns freuen.


Auf unseren Seiten möchten wir Sie über den Verein, seine Struktur, seine Angebote und seine Geschichte informieren. Wir freuen uns über Ihren Besuch und über Ihre Anregungen.

Der Hospizverein Lichtenfels e.V. wurde am 20.06.1996 gegründet. Das Ziel des Vereins ist es, schwerkranken und sterbenden Menschen Beistand zu leisten, sowohl in ihrer häuslichen Umgebung, als auch zu gegebener Zeit stationär.

  • Wir wollen dazu beitragen, Menschen mit befristeter Lebenserwartung ein erfülltes Leben bis zuletzt und ein Sterben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
  • Wir sind unabhängig von Weltanschauungen, Religion und Nationalität.
  • Wir haben Achtung vor der Würde und Individualität jedes einzelnen Menschen und wahren selbstverständlich die Schweigepflicht.
  • Unsere Arbeit beruht auf einer lebensbejahenden Haltung.
  • Unser Einsatz ist ehrenamtlich und kostenlos.
  • Die Hospizhelfer werden für ihre Aufgabe gründlich vorbereitet, erhalten Fortbildungen und werden fachlich unterstützt von unserer Koordinatorin und den Mitgliedern des Vorstandes und des Beirats.

Angehörige und Hinterbliebene sind dabei eingeschlossen.

Der Kranke soll bis zuletzt leben können, umsorgt von Familie, Freunden und Betreuern.

Unser ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst

Neben unserer hauptsächlichen Arbeit - der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender sowie der Entlastung ihrer Angehörigen- gibt es eine Reihe von Fragen, Wünschen und Bedürfnissen, die regelmäßig an uns gerichtet werden. Einen Querschnitt unserer Aufgaben und der Themen, mit denen wir am häufigsten zu tun haben, stellen wir auf unseren Seiten vor.

Wer wendet sich an uns?

Es sind Menschen (fast) jeden Alters, aller sozialen Schichten, unterschiedlicher beruflicher wie religiöser/weltanschaulicher Herkunft:

  • Betroffene
  • Angehörige
  • Seelsorger
  • niedergelassene Ärzte
  • gesetzliche Betreuer
  • Mitarbeiterinnen von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Sozialstationen, Reha-Zentren
  • Nachbarn/Freunde Betroffener
  • Bildungseinrichtungen

Wie werden die entsprechenden Hilfen vermittelt?

Bevor es zum Einsatz einer Hospizhelferin kommt, findet ein Besuch der Koordinatorin statt. Bei diesem geht es in der Hauptsache darum, einen persönlichen Kontakt zu dem Men­schen herzustellen, der/für den eine Hospiz-Begleitung wünscht/erwünscht wird.

Es gilt, die speziellen Wünsche und Bedürfnisse des Erkrankten herauszufinden. Manchmal ist dies aufgrund der fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr möglich. Bisweilen befindet sich der Erkrankte auch schon in einer Phase des Sterbeprozesses, in dem er sich verbal nicht mehr äußern kann. Dann ist es wichtig, einen „Fürsprecher" zu haben. Das ist in der Regel die Person, die sich um die hospizliche Begleitung bemüht hat, also Angehöriger, Pflegekraft, Arzt, gesetzlicher Betreuer, Pfarrer oder andere.

Je nachdem, in welcher Verfassung sich der zu begleitende Mensch befindet, legen wir gemeinsam fest, wie intensiv die Hospiz-Begleitung sein soll/kann.

Der nächste Schritt ist, eine Hospizhelferin zu finden, die die Bedürfnisse des Erkrankten am ehesten erfüllen kann. Unsere Hospizhelferinnen sind glücklicherweise so vielfältig wie die Menschen, die wir begleiten dürfen.

Manchmal ist eine längerfristige Planung nicht möglich, weil der Sterbende eine sofortige Begleitung braucht. Dann gilt es, dass sich ein/e Hospizhelferln auf den Weg macht, der/die einsatzfähig ist und vor Ort die Unterstützung gibt, die dem Sterbenden hilft, sein Leben gut begleitet beenden zu können.

„Blitzlicht" der häufig an uns gerichteten Fragen und Bedürfnisse:

  • welche Vorsorge sollte ich treffen, damit ich bei schwerer Krankheit „nicht unnötig" leiden muss?
  • ich habe keine Angehörigen, wie kann ich sicherstellen, dass ich, wenn es „soweit ist", „begleitet" sterben kann?
  • was ist der Unterschied zwischen einem Hospiz und einer Palliativ-Abteilung?
  • welche Patienten werden in einer Palliativ-Abteilung aufgenommen?
  • gibt es in unserer Nähe ein Hospiz? - wer trägt die Kosten dafür?
  • begleitet der Hospizverein auch demenzkranke Menschen?
  • kostet Hospizarbeit etwas oder muss ich Mitglied im Hospizverein sein?
  • mein Vater war bis zum letzten Krankenhausaufenthalt rüstig, jetzt ist er ein Pflegefall. Die Sozialstation kommt zwar, aber ich brauche noch mehr Unterstützung - keiner weiß, wie lange es noch dauert
  • die Pflege meines krebskranken Mannes macht mir nichts aus, aber meine Kinder fordern manchmal auch meine volle Hinwendung - ich brauche Entlastung
  • unsere Mutter hat eine fortgeschrittene Krebserkrankung. Wir wissen nicht, wie wir reagieren sollen, wenn sie „Fragen stellt"...
  • unser Vater hat 86jährig einen schweren Schlaganfall erlitten - jetzt sollen wir entscheiden, ob ihm eine Ernährungssonde gelegt wird...
  • meinem Schwiegervater geht es sehr schlecht. Wir möchten ihm seinen Wunsch erfüllen, zu Hause sterben zu können, wissen aber nicht ob wir „es" allein schaffen
  • meine Mutter pflegt seit drei Monaten meinen Vater, sie ist völlig überfordert, nimmt aber keine Hilfe „von außen" an - ich wohne 400 km entfernt - was raten Sie mir?
  • Fr. B. lebt in einem Altenheim, bei meinem heutigen Besuch war sie vollkommen verändert, ich glaube, es geht zu Ende. Sie hat keine Angehörigen, für mich wäre es beruhigend, wenn regelmäßig jemand zu ihr käme - außer die Hand halten und die Lippen befeuchten, kann man nichts mehr für sie tun
  • ich weiß, dass ich nicht mehr gesund werde - aber ich weiß auch nicht, wie lange ich noch lebe - ich möchte einfach einen Ansprechpartner, von dem ich weiß, dass ich ihn rufen kann, wenn ich ihn brauche. Die unterschiedlichen Anliegen machen deutlich, dass bisweilen ein einmaliges Beratungsgespräch für die Betroffenen ausreichend ist, in anderen Fällen eine „beratende Begleitung" über einen langen Zeitraum stattfindet bzw. in eine Sterbebegleitung mündet.